Bereits im Februar erschien das sensationelle Album „Jazzfest“ der Wiener Band Pauls Jets. Ein hybrides Wunderwerk zwischen Austropop, Indie- und Krautrock. Mit der Single „Flieger“ geht die Reise nun bald zu Ende. Mit einem Flugzeugabsturz. Also der tragisch-komischen Erzählung davon. Wie das wohl in Zeiten von Flug-Shaming aber auch Leerflügen da draußen ankommt? Für Club-Gänger*innen und Radio-Sendungen über die Musik, die in Clubs läuft, gibt es einen „Flieger“ Dub-Remix von DJ Gusch, ebenfalls aus Wien stammend.
David Julian Kirchner und seine IG-Pop. Ein schwieriges Thema. Pop und Gewerkschaft? Arbeiter*innenlieder für Indie-Popstars? Wie soll das gehen in einer Welt der Solo-Selbständigen und Selbstausbeuter*innen? Wem wird es nützen? Dennoch, als Utopie ist es ein schöner Gedanke, ist Pop doch noch immer eine der größten aller Utopien. Ein endloser Utopienmarkt. Ein großer Konkurrent für den Pop sind die Esoterik und ihre Ausläufer: teils natürlich fester Bestandteil der Pop-Kultur, aber längst auch eigene Märkte und Diskurse bildend. So bewegt sich David Julian Kirchner im Video zur neuesten Single „Wir gehen in die Sonne“ in einer dubiosen Gemeinschaft mit merkwürdigen Ritualen und Erlösungsversprechen. WTF! Ein Gewerkschafter bei Scientology? Womöglich. Die Bilder erinnern jedenfalls stark an den hervorragenden Spielfilm „Midsommar“ von Ari Aster. Achtung Spoiler: Ritualmord inklusive.
Die folgenden Worte können vermutlich kaum einem ehrlichen Unboxing gerecht werden. Vielmehr können sie dem nachkommen, was auch „Liebe in Paketen“ bietet: Perspektiven.
Die Münsteraner Band Die Lieferanten veröffentlicht ihr Debutalbum „Liebe in Paketen“. Bei dem Titel handelt es sich nicht nur um eine Hommage an den eigenen Bandnamen. Auch der Inhalt dieses Paketes, an dem Jonas (Keys), Aaron (Bass), Lukas (Drums) und Moritz (Git/Vox) fast zwei Jahre gebastelt haben, ist von verschiedenen Facetten des Leviathans, den wir Liebe nennen, gespickt. Dass Liebe und ihre Ausprägungen allumfassend und in der Popmusik nicht wegzudenken sind, davon können auch Die Lieferanten ein Lied singen. Oder 12.
Hinter jedem Song verbirgt sich ein anderes Päckchen, das man zu tragen hat. Seien es Kämpfe zwischen Hass im Netz und Selbstliebe („Voodoo“), zwischen hedonistischen Allüren und der Liebe zur Zukunft („Vergänglich“), zwischen der Liebe zur Sprache und ihren Tücken in der Liebe („Alle Worte Tanzen“) oder zwischen Liebe nehmen und Liebe geben („Anstellen“). In vielen Päckchen finden man ein Schlachtfeld des inneren Konflikts. In anderen bloße Erkenntnisse: „Warum nimmt mich niemand auf die Schultern / Alleine kann ich das nicht schultern“ („Realität“) oder „Unsere Eltern werden stolz sein“(„Eintag“). Und in wieder anderen wird sich einfach so lange mit Öl („Olio“) eingerieben bis auffällt, dass damit nicht nur an allen Problemen vorbeigerutscht wird, sondern auch an allen…
Uups, in der Zeile verrutscht! Manche Songs versuchen offensichtlich auch, sich ernsten Themen mit Humor und Augenzwinkern anzunähern. Das klappt ganz gut. Was aber alle miteinander verbindet, sind wiederkehrende inhaltliche Widersprüche. Textlich wie musikalisch hält „Liebe in Paketen“ jeden noch so pluralistischen Inhalt aus – und das Verpackungsmaterial ihm stand.
Vorzugsweise werden dafür funky Grooves und Bässe verwendet, die mit schicken Indie-Sounds von Gitarre und Keyboard aufgehübscht werden. Und ganz im Sinne der erwähnten Widersprüchlichkeit gibt es dann hier und da mächtige, fast pathetischen Momente, die Musikanten, wie Hörern dabei helfen, dem auffällig fordernden Textmaterial standzuhalten.
Das Paketband dabei ist Sänger Moritz, dessen Stimme irgendwie alles zusammenhält. Catchy Refrains wie in „Anstellen“, „1-Click-Buy“ oder „Vergänglich“ werden nicht nur in ein gemütliches Backingpolster eingebettet, sondern bekommen durch den auch mal rauen, aber immer leidenschaftlichen Leadgesang einen ordentlichen Boost an Energie verpasst.
Am Ende des Albums steht mit „Sonntag“ ein Song, der Express-Lieferungen und Feelgood-Attitüde der Indie-Hymnen ebenso hinter sich lässt wie verkopfte Textzeilen und das kritische Hinterfragen des First-World-Lebensstils. Denn letztlich dreht sich doch alles nur darum, im ganzen (digitalen) Selbstverwirklichungswahn und der Egomanie dieser Tage einen Hauch von Nähe, Zweisamkeit, ja Intimität zu erhaschen und ebenso im Wirrwarr von Lebensrealitäten und –welten einen eigenen Platz und konstruktiven Austausch zu finden – auch wenn diese Dinge zwischen all dem Verpackungsmüll meist nur sehr schwierig auszumachen sind.
„fRESH“ heißt der neue, frische Tune von Staatsakt Label- und Türen-(Vor-)steher Maurice Summen. Und der Song erscheint nicht zufällig heute. Denn heute ist der US-amerikanische National Lemon Juice Day. Hätten Sie es gewusst? In Europa wird dieser Tag noch nicht gefeiert, aber daran möchte dieser freshe Tune etwas ändern. Zumindest will er den Fokus auf diese erfrischende Frucht lenken. Eine funky Ode an die wohlriechende Kulturpflanze mit ihren gelben Früchten, ohne die sich Maurice ein Leben nicht vorstellen mag. Weder im Salat, noch an der Bar! Die frische Trompete im Song ist übrigens von Richard Koch, dem Berliner Freund und Lieblingstrompeter, den gut informierte Pop-Freaks schon auf der Bühne mit Peter Fox, den Beatsteaks oder Jimi Tenor gesehen haben. Sein Ton ist einfach unverkennbar! Zeitlos! Für immer fresh.
Olio. Keine Sorgen um nichts. http://www.dielieferanten.com/olio-promo/ Ein neues Produkt aus dem Hause Münsteraner Selfawareness setzt neue Standards. „Olio“ von DIE LIEFERANTEN hilft dabei, ultimative Geschmeidigkeit zu Tage zu fördern. Daran hat das Team aus 4 jungen Mitarbeitern lange gearbeitet und eine Formel entwickelt, um regionale Unentschlossenheit und das Ignorieren von Problemen mit Hilfe eines modernen Destillationsverfahrens in landesuntypische musikalische Leichtigkeit zu verwandeln. Wenn Sie dachten, trendy Salzkaramellschokolade sei bereits etwas besonderes, dann sollten Sie dringend „Olio“ probieren. Was herkömmlichen pflanzlichen Ölen fehlt liefert „Olio“: Schutz vor tiefem Fall, Verhinderung emotionaler Verflechtung und immer einen „guten Rutsch“. Das ist genau die ersehnte mentale Flexibilität, die eine kalte, von Sorgen und Ängsten geprägte Realität Ihnen ansonsten verweigert. Dabei ist „Olio“ nicht nur eine günstige Alternative zu den bekannten Mitteln, es ist auch einfach in der Anwendung. Einmal über die Ohren aufgenommen verteilen sich die Wirkstoffe gleichmäßig im Takt auf Bauch, Beine, Po und unterstützen Vitalfunktionen und Herz. Alle Zutaten sind dabei aus regionalem Anbau und sorgen, zusammen mit gesundem Groove, für ein nachhaltiges Vergnügen. In einer Zeit der gesellschaftlichen Unruhe und überteuerter Lebensgrundlagen kommen Sie bald nicht mehr um das unbeschwerte Gleiten und Ausweichen herum, welches „Olio“ beschert. Ein Balsam für alle Gemüter: Olio. Keine Sorgen um nichts. Achtung: kann Spuren von Orientierungslosigkeit und Einsamkeit enthalten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Blickpunkt Pop, Flex-Ton, a.s.s. Concerts oder Ihren Apotheker. Im Rahmen der folgenden Termine sind dabei auch persönliche Sprechstunden möglich:
Deutschlandfunk Nova, Schall Magazin, Untoldency, The Pick und Kulturnews präsentieren: DIE LIEFERANTEN: Liebe in Paketen Tour 2022 30.09.2022 Göttingen, Nörgelbuff 01.10.2022 Berlin, Badehaus 02.10.2022 Hannover, Lux 03.10.2022 Hamburg, Nochtspeicher 06.10.2022 Bremen, Tower 07.10.2022 Köln, Helios37 08.10.2022 Mainz, Schon Schön 12.10.2022 Koblenz, Circus Maximus 13.10.2022 Bielefeld, Stereo 14.10.2022 Marburg, Trauma 15.10.2022 Bochum, Trompete 28.10.2022 Münster, Sputnikhalle
Der beste Tag der Woche ist „Eintag“. Mit dieser Single stellen DIE LIEFERANTEN den Kalender und das Prinzip des Scheiterns infrage. „Eintag“ ist eben nicht wie jeder andere Wochentag. Er beginnt mit melancholischem Grübeln, einer gehörigen Prise Selbstmitleid und – wie immer – mit dem starken Wunsch, dass genau von heute an alles besser wird. „Eintag“ strauchelt und ist zerrissen. Einerseits drohen gesellschaftliche Erwartungen, die Angst, sich im Trott der Gewohnheiten und Marotten zu verlieren und ein gewisser Zynismus, der die eigenen Erfolge verkennen lässt. Auf der anderen Seite spornen Sehnsucht nach Veränderung, große Pläne, Hoffnung auf Anerkennung und – warum nicht auch in Zeiten wie diesen – ein Funke Euphorie an. „Eintag“ ist ein Traum (auch musikalisch) und gleichzeitig der Boden der Tatsachen. „Eintag“ geht besser über die Lippen als Mittwoch. Nur „Sonntag“ könnte da phonetisch mithalten. „Eintag“ ist ein Kampf der Generationen oder halt ein kitschiger Spruch aus dem Poesiealbum. „Eintag“ ist 24 Stunden lang und kann doch eine Ewigkeit anhalten. „Eintag“ ist tanzbar und doch in Lieferanten-Manier mit einer gewissen Kryptik versehen. „Eintag“ ist manchmal alles, was man braucht. „Eintag“ genügt, um eine ganze Tour anzukündigen: …
Deutschlandfunk Nova, Schall Magazin, Untoldency, The Pick und Kulturnews präsentieren: DIE LIEFERANTEN: Liebe in Paketen Tour 2022 30.09.2022 Göttingen, Nörgelbuff 01.10.2022 Berlin, Badehaus 02.10.2022 Hannover, Lux 03.10.2022 Hamburg, Nochtspeicher 06.10.2022 Bremen, Tower 07.10.2022 Köln, Helios37 08.10.2022 Mainz, Schon Schön 12.10.2022 Koblenz, Circus Maximus 13.10.2022 Bielefeld, Stereo 14.10.2022 Marburg, Trauma 15.10.2022 Bochum, Trompete 28.10.2022 Münster, Sputnikhalle
Heute veröffentlicht der 1. Vorsitzende der IG-POP, DAVID J. KIRCHNER, mit „Papierkramland“ einen gemeinsamen Song mit Gastarbeiter-Musikerlegende OZAN ATA CANANI. Dieses Hohelied auf Bürokratismus und Beamtentum ist ein weiterer Vorbote des kommenden Albums „IG-POP“, mit dem Kirchner auf den Pfaden von Devo, Billy Bragg, Franz-Josef Degenhardt, Die Sterne und Heaven17, aber mit ganz eigenem Stil Neuinterpretationen bekannter Arbeiterlieder aus aller Welt mit eigenen Songs zu einem so außergewöhnlichen, wie mitreißenden Pop-Werk verknüpft.
Zudem ist soeben im SWR TV die Serie „Deutschrand“ gestartet, in der David in Käffer und Provinzen deutscher Randgebiete abtaucht. Extrem, ehrlich, unterhaltsam und sehenswert, speziell für die Leute, denen das unausweichliche „Jockel & Klaus gegen Gott & die Welt“ – Wasser auch bereits bis zum Hals oder darüber hinaus steht. Alle Folgen der ersten Staffel bereits in der ARD Mediathek.
„Anstellen“ ist eine Hymne der schweren Entscheidungen. Und die fühlen sich mit einem Song wie diesem so leicht an wie selten. Auch wenn die Münsteraner Band bereits länger und versandkostenfrei nach Hause liefert war das Anstellen an Supermarktkassen für viele doch das wöchentliche Highlight der letzten zwei Jahre. Aber darum geht es hier nicht allein. „Anstellen“ ist vielmehr mindestens ebenso relevant und aktuell in Fragen der A) Liebe, B) Medien und C) gesellschaftlichen Fragen. Wie viel fordere ich ein und wann nehme ich mich lieber etwas zurück? In den Singles „Realität“ und „Alle Worte Tanzen“ aus 2021 haben die LIEFERANTEN Kontroversität, Komplexität von Kommunikation und diverse Lebensrealitäten besungen. In „Anstellen“ steckt nun die Forderung, sich nicht im modernen Konstruktivismus zu verlieren und sich stattdessen durchaus lieber mal anzustellen für das, was wichtig erscheint. Gleichzeitig ist die neue Single auch der Aufschlag für das erste eigene Album, das die Band im Herbst 2022 veröffentlichen wird. Entstanden mit Freund und Produzent Tobias „Toto“ Thomas wird darauf der bandeigene, freie Spirit hand- und selbstgemachter Musik mit frischen Popgewändern und der nötigen Prise Funk vermischt. „Anstellen“ weist den Weg: luftig lockere Gitarren, mächtige Synthies, pumpende Beats und funky Basslines, Augenzwinkern und große Fragen, Lethargie und ganz viel Energie. Und neben Festivals im Sommer steht dann zum Release auch endlich eine amtliche Tour durch die Republik an.
Termine: 09.04. Osnabrück, Pop Salon – 30.04. Bitburg, Stadthalle – 13.05. Lüdinghausen, Knight Night – 28.05. Nethen, Aquanautik Fest. – 02.06. Pfedelbach, Mozers L. – 03.06. Bochum, Libella Festival – 09.07. Nordhorn, Povelpyramide 15.07. München, Muffat Geb. 16.07.22 Würzburg, Wein am Stein – 01.09.22 Homberg (Efze), Musikschutzgebiet… und ab Ende September dann in Göttingen, Berlin, Hannover, Hamburg, Bremen, Köln, Mainz, Koblenz, Bielefeld, Marburg, Bochum, Münster usw.
„Zu schön um heut allein zu sein“ sind DIE KERZEN aus Ludwigslust. Deshalb haben sie – ganz im Trend – zur neuen Single auch ein Behind The Scenes-Video auf TikTok veröffentlicht. Denn sich zuhause vor dem Black Mirror in Schale zu schmeißen fand in den letzten zwei Jahren ja vor allem für den eigenen Tinder-, Insta- oder eben TikTok Account statt. Pünktlich zur gegenwärtigen Öffnung des Nachtlebens heißt es nun weiter „ich bin zu schön um nicht dabei zu sein“.
DER MANN ist nach dem Untergang von CDs, MySpace und Facebook müde geworden, was die Versprechungen in Digitalien angeht, weint lieber alten Oldtimern hinterher und hört Country & Western. Immerhin bringt das Beratergehalt genug Geld für drei analoge Urlaube im Jahr ein… Stimmt natürlich alles nicht! In Wirklichkeit setzt sich DER MANN auf dem kommenden Album „TOP“ mit alledem sehr wohl auseinander. Die neue Single „Country, Western, Coaching & Consulting“ wurde zudem mit bereits einem Top-Cars-Video von Helmut Kraus & Sebastian Kaltmeyer ausgestattet.